Ratgeber: Augenpraxis Smartlook

Alle Jahre wieder das gleiche Phänomen: Wenn Gräser und Bäume blühen, ist Blütenstaub in der Luft, sodass Pollenallergie und Heuschnupfen Hochsaison haben. Durch wärmere Winter und steigende Temperaturen ist eine längere Heuschnupfenzeit zu beobachten: so wurden bereits im Januar die ersten Haselpollen gemessen.

(Bild: zVg)

Rund 15 Prozent aller Schweizer leiden an Heuschnupfen. Wenn Sie auch dazu gehören, dann wissen Sie zu gut, wie lästig die Pollensaison sein kann und man sich kaum ins Freie traut. Heuschnupfen-Geplagte fallen durch rote, geschwollene Augen und triefende Nasen auf. Auch wir selbst leiden unter Heuschnupfen und haben Ihnen einige nützliche Tipps zusammengestellt.

Heuschnupfen ist vereinfacht gesprochen eine Überreaktion des Immunsystems auf vermeintlich harmlose Pollen. Unser Abwehrsystem wird von Blütenstaub in Alarmbereitschaft versetzt und Immunzellen schütten den Botenstoff Histamin aus, der die Entzündungen an Auge und Nase hervorruft.

Am Auge treffen Blütenpollen direkt auf die Bindehaut und verursachen dort eine Reizung und allergische Bindehautentzündung. Die Augen tränen und jucken vermehrt, obwohl sie sich gleichzeitig brennend bis trocken anfühlen. Das sind für viele Patienten mit einer Pollenallergie leidvolle Begleiter.

Die häufigsten Symptome sind:

  • Rote Augen
  • Tränende Augen
  • Geschwollene Augen
  • Starkes Beissen und Brennen
  • Ausgeprägtes Jucken

Diese unspezifischen Symptome einer Allergie sind vom Laien nicht sofort von anderen Augenkrankheiten zu unterscheiden. So können gerötete Augen sowohl bei trockenen Augen als auch bei Pollenallergie auftreten und auf den ersten Blick verwechselt werden. Selbst die sensible Hornhaut kann bei langanhaltenden allergischen Reaktionen betroffen sein und zu starken Augenschmerzen und Lichtempfindlichkeit führen. Aber auch eine deutliche Rötung und Schwellung der Augenlider tritt bei vielen Betroffenen auf. Wenn solche anhaltende Augenprobleme auftreten ist eine Konsultation bei Ihrem Augenarzt ratsam: Dieser kann mit geschultem Blick rasch feststellen, ob es sich um eine allergische Reaktion oder eventuelle Infektionen mit Bakterien oder Viren handelt. Neben der sicheren Diagnose ist es wichtig den Auslöser der Allergie durch einen Allergietest beim Hausarzt, Dermatologen oder Allergologen herauszufinden.

Während der Pollenzeit sollten Allergiker nach Möglichkeit auf Kontaktlinsen verzichten. Eine Sonnenbrille bietet dem Auge Schutz vor Pollen. Aber putzen Sie Ihre Brille jeden Tag, denn die Pollen setzen sich an der Brille fest und können so leicht das Auge reizen.

Heuschnupfen-Behandlung frühzeitig beginnen
Um die Beschwerden während der Frühjahrs- und Sommermonate so gering wie möglich zu halten, ist in der Regel eine Basistherapie mit speziellen Augentropfen und Tränenersatzmitteln sinnvoll, welche die Pollen rasch aus den Augen spülen. Bestimmte Medikamente, die sog. Antihistaminika, verhindern ein Ansteigen des Histaminspiegels. Wichtig ist es, diese Mittel möglichst schon ein paar Wochen vor dem Pollenflug regelmäßig zu nehmen. So müssten Mastzellstabilisatoren vier Wochen lang angewendet werden, damit sie ihre Wirkung entfalten. Im akuten Anfall kann der Augenarzt Antihistaminika als Augentropfen oder Tabletten empfehlen. Gefäßverengende Augentropfen sind hingegen zu vermeiden, da diese die Beschwerden zwar kurzzeitig lindern, jedoch nach Absetzung mit verstärkten Symptomen zurückkehren können.

Welche Massnahmen können Heuschnupfen-Geplagte aktiv treffen, um die Pollenbelastung im Alltag so niedrig wie möglich zu halten?
Je geringer die Pollenbelastung, desto besser lassen sich die Allergiesymptome vermeiden. Die Pollenvorhersage warnt meist an mehreren, trockenen Tagen mit leichtem Wind vor starkem Pollenflug. An diesen Tagen sollte man sich möglichst wenig im Freien aufzuhalten. Empfindliche bleiben dann eher im Haus und verschieben Sport oder andere Aktivitäten im Freien, etwa Gartenarbeit. Umgekehrt sinkt nach längerem und starkem Regen die Pollenbelastung da er die Pollen aus der Luft «wäscht». Regentage sind ideal für Aktivitäten für Sport im Freien.

Die eigene Wohnung vor Pollenbelastung schützen
Pollen, die in der Wohnung umherfliegen, müssen minimiert werden: Die Pollenkonzentration schwankt im Tagesverlauf in der Luft. Die «Stadtluft» ist in den frühen Morgenstunden pollenärmer, hingehen auf dem Lande eher am Abend. Bei starkem Pollenflug sollte man die Fenster geschlossen halten oder ein vor dem Fenster angebrachtes spezielles Pollenschutzgitter verwenden, welches eine Pollenbelastung in Wohnräumen um bis zu 90 Prozent verringern.

Regelmäßiges Saugen verringert die Gefahr, dass lose Pollen bei Durchzug in der Wohnung aufgewirbelt werden. Der Staubbeutel sollte alle zwei Wochen – und nicht erst wenn dieser voll ist – gewechselt werden. Allergiker sollten nicht selbst saugen oder beim Saugen anwesend sein. Spezielle Staubsauger mit sogenannten (HEPA = High Efficiency Particulate Air) HEPA-Filtern sorgen dafür, dass möglichst wenig Staub herumgewirbelt wird. Spezielle Tücher zum Wischen können Staub und Pollen elektrostatisch anziehen und festhalten. Auch Wasserstaubsauger bieten eine gute Lösung. Eine einfache Methode zum Reinigen der Raumluft bieten nasse Handtücher. Hängen Sie einfach mehrere feuchte Handtücher in der Wohnung – besonders im Schlafzimmer – auf. Verzichten Sie zur Kühlung Ihrer Räume klassischen Ventilatoren, welche die Pollen nur aufwirbeln und im Raum verteilen.

Pollenfreie Zone: Schlafzimmer
Schlafräume sollten möglichst pollenfrei gehalten werden. Allgemein setzen sich Pollen in der getragenen Kleidung unter Tage fest, und werden so unweigerlich beim Betreten der Wohnung verbreitet. Daher empfiehlt es sich im Freien getragene Straßenkleidung zu wechseln und in einem separaten Raum wie dem Bad gleich abzulegen. Getragene Kleidungsstücke sind aus dem Schlafzimmer zu verbannen. Legt man beispielsweise die getragene Kleidung abends direkt neben dem Bett, wird man nachts mit verstärkten Beschwerden rechnen können.

Auch die eigenen Haare sind regelrechte Pollenfänger in denen sich die Pollen hartnäckig tagsüber auf Haut und Haaren anheften und man dadurch Pollen unfreiwillig mit ins Bett nimmt. Es ist daher wichtig abends vor dem Zubettgehen sich zu duschen und seine Haare zu waschen, um mehr oder minder «pollenarm» eine geruhsame Nacht zu haben.

Wäsche nicht im Freien trocknen
Obwohl feuchte Wäsche an warmen Tagen im Freien am besten trocknen kann, sollten Heuschnupfen-Geplagte lieber geschlossenen Räumen aussuchen, da allergieauslösende Pollen an feuchter Kleidung ideal haften und so später durch direkten Körperkontakt gleich ihre Wirkung entfalten.

Urlaub vom Heuschnupfen
Wenn Sie geplagt von der Pollenallergie «die Nase voll» haben, dann suchen Sie das Weite und machen einen Aufenthalt am Meer oder im Hochgebirge wo die Belastung minim ist. Planen Sie Ihre Ferien in der Zeit wo die Pollenbelastung daheim am stärksten ist.

Wir wünschen Ihnen eine unbeschwerte Sommerzeit und beraten Sie gerne bei Allergien und Problemen am Auge

Ihre Smartlook Augenärzte im Herzen von Aarau

Mu Dr. (CZ) Miriam Adamkova
Prof. Dr. Carsten H. Meyer
Dr. Eva Vrbka


Sie haben Fragen an die Smartlook Augenärzte? Mit etwas Glück wird Ihr Anliegen in einer der nächsten Ausgaben geklärt: augenarzt@aargauerwoche.ch


Augenpraxis smartlook
Bahnhofstrasse 4, 5000 Aarau
Tel. 062 511 91 91, info@smartlook.ch
www.augenarztpraxis-smartlook.ch

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